albumin

Was haben Hühnereier in der analogen Fotografie verloren und warum Albumin? Die zweite Frage lässt sich schnell erklären, denn Albumin befindet sich unter anderem auch im Hühnerei (Eiweiß) und im menschlichen sowie tierischen  Blut.

Vorab ein wenig fotografische Geschichte!

Ab zirka 1840 löste der Salzprint allmählich die Daguerotypie ab und zu dieser Zeit war es erstmals möglich, von einer fotografischen Aufnahme eine unbegrenzte Anzahl von Abzügen herzustellen. Eine Sensation, da mit der Daguerotypie jeweils nur Unikate hergestellt werden konnten. Doch der Salzprint hatte große Schwächen! Es fehlte ihm die Brillanz und Schärfe der Daguerotypie. Die Salzprinte wirkten matt, weich und ausgewaschen. Das Problem wurde schnell erkannt, was daran lag, dass die benutzten Chemikalien/Silberhalogenide zu tief in das fotografische Papier eindrangen. 1850 entwickelte der Franzose Desire Blanquart-Evrard eine Möglichkeit, das fotografische Bild an der Oberfläche des Papieres zu halten. Das Papier wurde mit Albumin beschichtet und konnte ebenso mit Brillanz und Schärfe, der Daguerotypie aufwarten.      

Unter der Rubrik „Büttenpapier“ ging es mir in erster Linie darum, Unikate zu erschaffen. Hier stellte sich schnell heraus, dass das selbst hergestellte Büttenpapier sich im Fotodruck teilweise wie Löschpapier verhält. Die Tinte wurde vom Papier aufgesaugt und drang zu tief in das Papier ein. So kam mir der Gedanke, das Papier ebenso mit Albumin zu beschichten  um sicherzustellen, dass die Tinte an der Oberfläche gehalten wird. Und der erste Versuch gelang auch; für mich eine Sensation.  

Bevor ich aber den Versuch starten konnte, musste ich erst einmal fotografisches Albumin herstellen. Dieses Verfahren möchte ich nachfolgend beschreiben:

 

Zutaten

  • 6 Eier oder genug für 250 ml Eiweiß,

  • 7,5 g Salz,

  • 7,5 ml destilliertes Wasser,

  • 1 ml 28% ige Essigsäure,

  • 7,5 g Natriumcitrat (optionales Konservierungsmittel),

  • 1 Tropfen AdoFlo (optional).

Das Eiweiß vom Eigelb trennen und darauf achten, dass keine Eierschale oder die Hagelschnur in das Eiweiß gelangen. Die oben genannten Komponenten werden dem Eiweiß zugefügt (außer das AdoFlo) und mit einem Schneebesen (ggf. Küchenmaschine) ca. 30 Minuten zu Eischnee geschlagen. Den Eischnee für ca. 24 Stunden im Behälter belassen und mit einer Klarsichtfolie abdecken.  Eine klare Flüssigkeit setzt sich ab und es zeigt sich ein verunreinigter Schaum, der abgeschöpft werden muss. Die klare Flüssigkeit wird filtriert und sollte eine weitere Woche im Kühlschrank reifen. Um bei der Beschichtung der Papiere eine mögliche Blasenbildung zu vermeiden, kann ein Tropfen AdoFlo zugefügt werden. Und fertig ist unser Albumin zum beschichten von Fotopapier.    

 

Hinweis zum Beschichten!

Zum Beschichten wird ein ausreichend großes Gefäß mit Albumin befüllt. In diesem sollte das zu beschichtende Papier ca. drei Minuten schwimmen. Das Papier muss hängend abtrocknen, damit überflüssiges Albumin abfließen kann und vorhandene Luftbläschen entfernt werden können.