büttenpapier

Ein Unikat (lat. unus einer, ein einziger; adj. unikal = einzigartig, einmalig) bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch die Einzigartigkeit eines Objektes und in der Fotografie wird der Begriff für Aufnahmen verwendet, die bedingt durch das Aufnahmeverfahren (z.B. Polaroidaufnahmen), nicht vervielfältigt werden können. Das trifft ebenso auf das Trägermaterial zu, auf das sich die Aufnahme befindet.

Lange habe ich darüber nachgedacht, wie ich kleine Unikate aus meinen Aufnahmen machen kann und kam zu dem Entschluss, das Trägermaterial (Fotopapier) selbst herzustellen. Büttenpapier ist von Natur aus schon etwas Besonderes und jedes einzelne Blatt stellt aufgrund seiner individuellen Beschaffenheit ein Unikum dar.

Nun, stellt sich die Frage, wie wird Büttenpapier hergestellt und welche Materialien sind nötig und wie erfolgt der Arbeitsablauf. Hier bietet wie so oft das Internet Hilfestellung. In meinem Fall eigenes Fotopapier herzustellen konnte ich keine geeignete Seite für mich ausfindig machen und so mussten zum Schluss eigene Lösungen erarbeitet werden.

 

 

Für die Papierherstellung sind folgende Materialien erforderlich:

 

  • - Schöpfrahmen (selbstbau vorerst in der größe DIN A5),

  • - Rohstoffe wie Flachs, Hanf, Baumwolle, Lumpen usw.,

  • - Wasser,

  • - zusätze wie Leimung, Stärke und ggf. Farbpigmente,

  • - Filzunterlagen etwas größer als DIN A5 zum gautschen,

  • - ein großes Gefäß

 

 

Der Arbeitsablauf

 

Vor der Industrialisierung wurde jeder Papierbogen von Hand mittels Schöpfrahmen aus einem großen Bottich mit Rohstoffasern geschöpft. Um ebenso wie zu damaligen Zeiten Papier herzustellen, müssen wir unsere ausgewählten Rohstoffe zerkleinert und mit Wasser zu einem Faserbrei verarbeitet. Hat sich nach dem Einweichen der Faserrohstoffe ein dicker Brei gebildet, so muss der Brei mittels eines Püriuerstabes mehrmals noch weiter zerkleinert werden. Der Faserbrei wird in einem großem Gefäß mit viel Wasser gemischt, so das eine Art milchige Suppe entsteht. Bevor das Schöpfen beginnt, muss das Wasser- Fasergemisch ordentlich aufgeschlagen werden, da sich die Rohstoffasern ziemlich schnell auf dem Boden absetzen. Mit dem Schöpfrahmen taucht man vertikal in das Wasser ein und dreht in einer Bewegung den Rahmen Horizentahl und zieht diesen langsam wagerecht aus dem Wasser heraus. Auf dem Rahmen liegen die Fasern plan auf und bilden einen Bogen nasses Papiervlies. Das nasse Vlies wird auf das bereitliegende Filz gepresst und löst sich vom Schöpfrahmen (gautschen). Das gegauschte Papiervlies wird mit Filz abgedeckt und das nächste Vlies kann gegautscht werden. Zum Schluss ist aus dem Papiervlies und dem Filsen ein Pauscht entstanden. Der Pauscht wird in einer Presse gegeben, um das überschüssige Wasser herauszupressen. In meinem Fall habe ich den Pausch zwischen zwei Brettern gelegt und mit Schraubzwingen zusammengepresst. Nach ca. zwei Stunden kann der Pausch geöffnet werden und die einzelnen Bögen Papier vom Filz abgezogen und auf einer Leine mehrere Tage zum trocknen aufgehängt werden.  

 

Das Büttenpapier muss nach dem trocknen noch plan gebügelt werden und kann in diesem zustand bereits beschrieben werden. Um das Büttenpapier bedrucken zu können, muss das Papier mit einer Beschichtung (Betriebsgeheimnis) versehen werden, damit die Pigmenttinte sich nicht wie auf einem Bogen Löschpapier verhält.

 

Ein selbst hergestelltes Unikat in den Händen zu halten, ist für mich schon etwas besonderes und der AUFWAND lohnt sich!

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